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BFW-Praxisinformation 51: Klimakrise managen

Im Parlament in Wien wurden Folien aufgehängt, wo Äste und Bäume darauf zu sehen sind.

Das Projekt CareforParis analysierte die Bedeutung von Österreichs Wald und von Holzprodukten, um die Pariser Ziele der Kohlendioxidvermeidung zu erreichen.

Wenn die Menschheit das Klimaziel von Paris erreichen und die globale Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius begrenzen will, hat die Vermeidung von Treibhausgasemissionen oberste Priorität. Die Verwendung von Holz spielt dabei eine wichtige Rolle. Außerdem kann Österreichs Wald nicht dauerhaft eine CO₂-Netto-Senke sein. Dies sind die Hauptergebnisse des Projektes CareforParis, das vom Klima- und Energiefonds gefördert wurde, und jetzt in der BFW-Praxisinformation 51 (PDF als Download) veröffentlicht wurde.

Dem Wald und Holz kommt eine bedeutende Rolle beim Klimaschutz zu, denn der Wald nimmt Kohlendioxid aus der Luft auf und speichert den Kohlenstoff im Holz. Klimawandelfolgen verringern die Speicherkapazität. Notwendige Anpassungsmaßnahmen beeinflussen zusätzlich auch wirtschaftliche Erträge aus dem Rohstoff Holz. Steht weniger Holz zur Verfügung, bedeutet der notwendige Ersatz oft zusätzliche Emissionen von fossilem Kohlenstoff in die Atmosphäre.

Im Projekt CareforParis, an dem das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), die Universität für Bodenkultur (BOKU), Wood K plus und das Umweltbundesamt zusammenarbeiteten, wurden verschiedene Szenarien der Waldbewirtschaftung erstellt und untersucht. Die Szenarien gehen von unterschiedlichen Klimaveränderungen und Anpassungsstrategien für den österreichischen Wald aus und zeigen mögliche Entwicklungen bis ins Jahr 2150. Genauer analysiert wurden die CO₂-Bilanz des Waldes und von Holzprodukten sowie die Vermeidung von CO₂-Emissionen durch den Einsatz von Holzprodukten.

Wald ist nicht dauerhaft eine Kohlenstoffsenke

Österreichs Wald wird zusammen mit den Holzproduktepools noch für die nächsten 20-90 Jahre eine CO₂-Netto-Senke darstellen, danach zeigen die Szenarien ein anderes Bild: Der Wald wird früher oder später zur CO₂-Netto-Emissionsquelle, weil unter den gewählten Annahmen der Zuwachs langfristig wegen schlechterer Wuchsbedingungen (Zunahme von Trockenperioden), steigendem Schadholzanfall (Schädlingsbefall, Wetterextreme) und Art der Bewirtschaftung (vorzeitige Nutzung oder Überalterung) zurückgeht und dadurch auch der Vorrat abnimmt.

Entscheidend ist: Emissionen vermeiden

Die Dekarbonisierung ist der Hebel zur Erreichung der Klimaziele: Bei der Art und Weise unseres Wirtschaftens muss angesetzt werden. Unser Wirtschaftssystem muss in Richtung eines niedrigeren Umsatzes von Kohlenstoff gehen. Eine Maßnahme ist etwa der Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien. Für die Dekarbonisierung ist Holz ein unverzichtbarer Rohstoff. Derzeit wird noch immer ein hoher Anteil an fossilen Rohstoffen in unserer Wirtschaft eingesetzt, es besteht jetzt die große Chance, in den nächsten Jahrzehnten bis zum Ausstieg aus den Fossilen viel CO₂ durch den Einsatz von Holzprodukten einzusparen. Eine nachhaltige, kreislauforientierte Bioökonomie und der Green Deal der Europäischen Kommission bieten dazu Konzepte der Zukunft.

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