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Nationale Waldinventur Surinam

Die Österreichische Waldinventur setzt ihr Know-how nicht nur national, sondern auch in Südamerika ein.

Als Kooperationsprojekt mit der Österreichischen Agentur für Waldentwicklung, Waldbewirtschaftung und internationale Kooperation (ANRICA) wurde für ein Land, das zu 90% mit tropischem Regenwald bedeckt ist, ein praktikables und kostengünstiges Waldinventurverfahren entwickelt. Eine solche landesweite Inventur soll qualitativ hochwertige Informationen über die Waldressourcen für eine breite Palette von Anwendungen liefern. Diese umfassen nationale Forstpolitik und Forstsektorplanung, nachhaltige Waldwirtschaft und die Berichterstattung im Rahmen internationaler waldrelevanter Politikprozesse und Konventionen.

Flächenmäßig circa doppelt so groß und einwohnermäßig nur ein Sechzehntel von Österreich ist Surinam extrem waldreich.

90 Prozent (15 Millionen Hektar) der Landesfläche ist von Wald bedeckt, vorwiegend von tropischem Regenwald und an den Küsten mit Mangroven. Bis Mitte 2013 wurden im Rahmen des Projektes Daten über die Waldressourcen generiert. Ziele der künftigen Waldpolitik werden einerseits der Waldschutz und andererseits die ökologisch sinnvolle Waldnutzung sein. Effiziente Holzwirtschaft und sanfter Tourismus sollen das in den letzten Jahren vom Internationalen Währungsfonds positiv bewertete Land wirtschaftlich weiter stärken.

Mit und ohne Zutun

Dafür brauchte man jedoch Konzepte und ein Bewusstsein dafür, welche Ressourcen vorhanden sind, welche ökologisch geschützt und welche genutzt werden können. Diese Bewertung ermöglichte technisch die Waldinventur, in deren Rahmen festgestellt werden konnte, ob sich der Zustand des Waldes aufgrund der Tätigkeiten des Menschen oder auch ohne sein Zutun verändert hat. Zudem sind die internationalen Konventionen im Hinblick auf das Klima, die Artenvielfalt und Bekämpfung der Wüstenbildung unumgänglich geworden – mithilfe dieser Daten kann Rechenschaft über die nationalen ökologischen Prozesse, zum Beispiel im Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes, gegeben werden.

Die Herausforderung für so ein Inventurkonzept lag vor allem in der Unzugänglichkeit weiter Teile des surinamesischen Waldes. Daher mussten wir verstärkt auf Fernerkundung setzen. Als Besonderheit wurden hier Luftbilder in relativ geringer Höhe (unter 1000m) geflogen, um einerseits unter den sich häufig bildenden Wolken zu fliegen und andererseits sehr hoch aufgelöste Bilder mit hoher Qualität zu erhalten. Diese konnten dann aber aus Kostengründen nicht flächendeckend geflogen werden, sondern sind Teil des Stichprobenkonzeptes. Selbstverständlich konnten wir auf Erhebungen im Wald selber nicht ganz verzichten. Da der Aufwand für eine Erhebungseinheit zumindest eine Woche für 7-8 Personen betrug, konnten nur relativ wenige Waldpunkte (ca. 100 bis 200) aufgenommen werden, die dann in Kombination mit den Luftbildern gute Informationen über den Tropenwald lieferten.

Die Arbeiten wurden in Kooperation mit ANRICA, dem Joanneum Research Graz und Univ.-Doz. Dr. Michael Kleine durchgeführt.