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BFW-Praxinformation 39: Boden – wertvoll, vielfältig, schützenswert

Das „Internationale Jahr der Böden“ rückt das Bodenbewusstsein, also die Tatsache, dass unser Boden eine begrenzte natürliche Ressource ist, in den Vordergrund.

Fruchtbarer Boden, der sich in Wechselwirkung mit der Vegetation im Laufe von Jahrtausenden langsam entwickelt, ist nicht beliebig vermehr- bzw. ersetzbar. Er ist als Pflanzenstandort die Basis unserer Ernährung und somit ein wertvolles, schützenswertes Gut. Auch bei der Bewirtschaftung unserer Wälder ist der Waldboden unsere wichtigste forstliche Ressource.

Waldböden sind das „Fundament unserer Wälder. Sie sind nicht nur für das Baumwachstum von zentraler Bedeutung, sondern erfüllen auch viele ökologische Funktionen. Durch ihre Filter- und Pufferwirkung sorgen sie für eine hohe Wasserqualität und ein effizientes Hochwasserrückhalte-vermögen in bewaldeten Einzugsgebieten. Bei der Produktion von qualitativ hochwertigem Trinkwasser kommt auch der naturnahen forstlichen Bewirtschaftung, die ohne flächige Bodenbearbeitung und meist auch ohne Düngung auskommt, eine entscheidendeBedeutung zu.

Diese Besonderheiten sowie lange Produktionsräume in der Waldwirtschaft sorgen für einen ungestörten Profilaufbau der Böden. Dieser bietet einen optimalen Lebensraum für viele Bodenorganismen, die eine komplex vernetzte Lebensgemeinschaft mit unseren Bäumen bilden.
Sie tragen zur Biodiversität in unseren Wäldern bei, so beherbergt ein Hektar Waldboden bis zu 25 Tonnen Bodenorganismen. Das Bodenleben sorgt durch den Abbau des Bestandesabfalls für einen geschlossenen Nährstoffkreislauf in unseren Wäldern.

Auch in der aktuellen Klimawandeldiskussion zur Kohlenstoffspeicherung („carbon sequestration“) steht der Waldboden im Mittelpunkt. Der Wald ist der größte Kohlenstoffspeicher in der österreichischen Landschaft. Zwei Drittel des gesamten Kohlenstoffs sind dabei im Waldboden gespeichert. Waldböden weisen auch viel höhere Kohlenstoffvorräte als Böden anderer Landnutzungen auf.

Wälder wachsen auf den verschiedensten Standorten, dementsprechend unterschiedlich sind die Bodeneigenschaften, die es bei der Bewirtschaftung unserer Wälder zu berücksichtigen gilt. So steht zum Beispiel der Schutz des Bodens auf gering entwickelten, flachgründigen Böden im Vordergrund, während tiefgründigere, reifere Böden in der Regel mehr waldbaulichen Spielraum bei der Baum artenwahl und der Holzernte zulassen. Die Kenntnis der wichtigsten Bodentypen und deren grundlegenden Eigenschaften ist daher von zentraler Bedeutung bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder.

Mit Einblicken in diese faszinierende „unterirdische Welt“wollen wir mit diesem Heft das Interesse an unseren Waldböden wecken, zur Schaffung des Bodenbewusstseins beitragen und somit zu deren standortsgerechten Nutzung und Erhaltung beitragen.

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BFW-Praxisinformation 39: Böden