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Ereignisdokumentation in Wildbächen

Der "Stumme Zeuge Hauswand" ermöglicht Rückschlüsse auf den Ablauf und Abflussspitze des Murereignisses (Gasen 2005)

Seit mehr als 110 Jahren setzt die WLV sowohl aktive als auch passive Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Muren.

Grundlage dieser Tätigkeiten ist die richtige Einschätzung des Gefahrenpotenzials, für die folgende, einander ergänzende Methoden zur Verfügung stehen:

  • die zurückblickende Methode (schriftliche Dokumente und Augenzeugenberichte über vergangene Wildbachereignisse)
  • die vorausschauende Methode (Beurteilung zukünftiger Schadensszenarien, Modellrechnungen auf Basis physikalischer und mathematischer Gesetzmäßigkeiten)

Für die erstgenannte Möglichkeit bilden die insgesamt beinahe 5.000 dokumentierten Wildbach-Schadensereignisse der Schadensereignis-Datenbank eine geeignete Datenbasis.

Die Datenbank wurde als relationale Datenbank aufgebaut. Es ist daher prinzipiell möglich, sämtlich darin enthaltenen Parameter mit einander zu verknüpfen. Folgende Kenngrößen bilden den Kern der Informationen:

  • die räumliche Verteilung der Schadensereignisse
  • Verbauungszustände der betroffenen Wildbäche
  • niederschlagsspezifische Ursachen
  • Prozessarten
  • Jährlichkeiten der Schadensereignisse
  • Abtragsmengen und Ablagerungsorte
  • Sachschäden

Neben Untersuchungen bezüglich der Zusammenhänge dieser Parameter wurde im Rahmen der Arbeiten mit diesen Daten auch das Verfahren zur Dokumentation von Wildbach-Schadensereignissen selbst genauer analysiert. Zielsetzung dabei war es, Möglichkeiten der Verbesserung der Ereignisdokumentation in fachlich-methodischer Hinsicht aufzuzeigen. Ergebnisse dieser Arbeiten wurden u.a. auch für die Implementierung des Ereignismeldungsportals in den Wildbach und Lawinenkataster genutzt.