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Kyoto-Protokoll: Mehr oder weniger Baum

Bei der UN-Klimakonferenz in Durban wurde vereinbart, dass die Kohlenstoffbilanz der nationalen Waldfläche in die Zielanrechnung einzubeziehen ist. Österreich muss daher ab Beginn des Jahres 2013 eine detaillierte Kohlenstoffbilanz für den Zuwachs und den gesamten Wald erstellen.

Die daraus errechneten CO2-Emissionen werden zur Überprüfung der Reduktionsziele herangezogen. Daher sollen am BFW Methoden zur Abschätzung des Zuwachses des stehenden Holzvorrats mit Hilfe der Fernerkundung entwickelt werden. Unabdingbar ist eine ausreichende Genauigkeit in Abhängigkeit vom Zeitintervall zwischen den Vergleichsperioden, wobei Kosteneffizienz und eine großflächige Anwendung der Methode ebenso zentrale Bestandteile der Untersuchung sind.

Der erste Schritt

Die Grundlage zur Schätzung des Zuwachses bilden Kronenhöhenmodelle aus Luftbildern, die zu zwei Zeitpunkten aufgenommen wurden. Im ersten Schritt müssen die Verfügbarkeit, die räumliche Ausdehnung und die Qualität dieser Modelle für die geplanten Testgebiete festgestellt werden.

Luftbildaufnahme vor (Bild oben rechts) und nach der Durchforstung

Auch was die Auswahl der ÖWI-Probeflächen angeht, ist Kosteneffizienz gefragt – diese werden für die Parametrisierung der Zuwachsmodelle herangezogen. Von den im Testgebiet liegenden ÖWI-Flächen werden jene ausgewählt, die das Spektrum der Variabilität der naturräumlichen Einflussfaktoren widerspiegeln und alle wesentlichen Waldtypen und Altersklassen abdecken.

Zwischen Kosten und Genauigkeit

Eine Anzahl von 200 Probeflächen, die zur Kalibrierung der Vorratsmodelle verwendet werden, wird als Kompromiss zwischen Kosten und Genauigkeit der Modelle erachtet. Aufbauend auf bestehenden Daten (ab 2009) von Probeflächen wird in einer Zweiterhebung der Zuwachs errechnet. Mithilfe der direkten und indirekten Zuwachsschätzung liegen zwei Verfahren vor, die für den flächigen Einsatz getestet werden sollen. Letztlich wird sich jene durchsetzen, die die Zuwachsschätzung mit ausreichender Genauigkeit erlaubt.