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Innsbrucker Hofburggespräche in Kärnten

Blick in einen Talkessel mit Wald und Wiesen

Am 17. und 18. Mai 2022 finden in Kärnten unter dem Titel „Gradenbach – Extremereignisse, Schutzmaßnahmen und Forschungsarbeiten“ die nächsten Innsbrucker Hofburggespräche statt. Es richtet sich an interessiertes Fachpersonal, um einen Dialog zum Thema Naturgefahren an einem Ort des Geschehens zu ermöglichen.

Extreme Niederschläge in den Jahren 1965 und 1966 haben in Kärnten zu verheerenden Hochwässern
und Murabgängen geführt. Besonders betroffen war die Ortschaft Putschall im Mölltal. So wurde damals die Stirn des am Ausgang des Gradentales liegenden Talzuschubs, welcher die Südostflanke des Eggerwiesenkopfes (Berchtoldhang) von der Grabensohle bis zum Bergkamm umfasst, unterschnitten. Dies hatte zur Folge, dass mehr als eine Million Kubikmeter abfuhrbereites Geschiebe vom Gradenbach (infolge der intensiven Niederschläge) abtransportiert werden konnte. Teile von Putschall waren meterhoch unter Geschiebe begraben, etliche Gebäude wurden zur Gänze zerstört. Infolge des Ereignisses wurden weitreichende technische Schutzmaßnahmen installiert sowie ein langjähriges Monitoringprogramm gestartet, mit dem der Hang bis heute überwacht wird.

Massiv bedrohter Schutzwald

Im Herbst 2018 haben orkanartige Stürme und im November 2019 extreme Schneefälle den Wald in dieser Region schwer beschädigt (alleine im Jahr 2018 wurden im oberen Drau- und Mölltal etwa 450.000 Festmeter Schadholz durch Windwürfe registriert). Aktuell ist der Schutzwald im oberen Mölltal durch die voranschreitende Massenvermehrung des Borkenkäfers stark bedroht. Diese Störungen können das Gefahrenpotential zusätzlich beeinflussen. Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir diesen Themen nachgehen, die anstehenden Probleme erörtern und zukünftige Herausforderungen und Forschungsaktivitäten diskutieren.

Gradenbach – Extremereignisse, Schutzmaßnahmen und Forschungsarbeiten
Zeitpunkt 17. Mai 2022 | 13.00 – 17.00 Uhr
18. Mai 2022 | 09.00 – 13.00 Uhr Exkursion
Ort Alte Schmelz | Döllach 47 | 9843 Großkirchheim

PROGRAMM – 17. Mai 2022
13.00 Uhr
Peter SUNTINGER – Bürgermeister, Großkirchheim – „Grußworte“

13.00 – 13.20 Uhr
Erich LANG – ehemaliger Leiter des Fachbereichs Wildbachmonitoring, Institut für Naturgefahren,
Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wien
„Wildbach-Monitoring Gradenbach: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“

13.30 – 13.50 Uhr
Erwin FERLAN – Leiter der Gebietbauleitung Kärnten Nordwest, Forsttechnicher Dienst für
Wildbach- und Lawinenverbauung Kärnten, Villach
„Wildbachschutz am Gradenbach – Umgang mit einer Großhangbewegung“

14.00 – 14.20 Uhr
Caroline SCHÖNBERGER – Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme, TU Graz
„Aufbau und Betrieb des GPS Monitoringsystems an der Massenbewegung Gradenbach“

PAUSE

15:00 Uhr
Peter RUPITSCH – Nationalparkdirektor – „Grußworte“

15.00 – 15.20 Uhr
Silvio SCHÜLER – Leiter des Instituts für Waldwachstum, Waldbau und Genetik,
Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wien
„Waldentwicklung in der Hochlage: Chancen und Gefährdungen im Klimawandel“

15.30 – 15.50 Uhr
Kurt ZIEGNER und Erich GOLLMITZER– Landesforstdirektion Tirol bzw. Bezirksforstinspektion Osttirol – „Woher den neuen Objektschutzwald nehmen? – Strategien und Wege zum Wiederaufbau der
Schutzwälder in Osttirol“

16.00 – 16.20 Uhr
Gottfried STEYRER – Institut für Waldschutz, Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wien
„Borkenkäfermassenvermehrungen im Schutzwald in Zeiten des Klimawandels“

16.30 – 17.00 Uhr
Michaela Teich und Jan-Thomas FISCHER – Abteilungsleiterin „Schnee und Lawine“ und Leiter des
Institutes für Naturgefahren, Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wien
Abschlussdiskussion: „Zukunftsperspektiven rund um den Gradenbach“

EXKURSION – 18. Mai 2022
09.00 – 13.00 Uhr – Exkursion mit folgenden Programmpunkten:
• Monitoringsystem des BFW und der TU-Graz im Bereich des Berchtoldhanges (Eggerberg)
• Waldschäden, Störungen im Schutzwald und resultierende Probleme
• Verbauungsmaßnahmen der WLV im Gradental

Es wird um Anmeldung bis spätestens 20.04.2022 unter simone.willburger@bfw.gv.at ersucht.
Die Teilnehmerzahl für die Exkursion ist mit 18 Personen begrenzt. Die Anmeldung dafür erfolgt
nach dem Prinzip „first come, first served“.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!