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AquaSilva: Wie Wälder Wasser speichern und Hochwasserrisiken reduzieren können

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Abb. 1: Wetterstation im Pilotgebiet Großer Steinbach (Wienerwald). Foto: AquaSilva/BOKU

Starkregenereignisse, Hochwasser und längere Trockenperioden treten infolge des Klimawandels immer häufiger auf. Gleichzeitig wächst die Bedeutung natürlicher Lösungen, um Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und den Wasserhaushalt zu stabilisieren.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt AquaSilva an, das vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) beauftragt wurde. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie dezentrale bauliche Maßnahmen im Wald den Wasserhaushalt eines Einzugsgebiets stärken und Hochwasserspitzen dämpfen können. Als Pilotgebiet dienen die Einzugsgebiete des Großen und Kleinen Steinbachs im Biosphärenpark Wienerwald.

Wälder als natürliche Wasserspeicher

Wälder bedecken in vielen Einzugsgebieten große Flächen und prägen damit maßgeblich, wie Niederschlag abfließt. Neben Waldböden und Vegetation spielt auch die forstliche Infrastruktur eine wichtige Rolle.  Forststraßen, Entwässerungseinrichtungen und Gräben können Wasser bündeln und beschleunigt ableiten. Richtig gestaltet, können sie es aber auch verteilen, versickern lassen und zurückhalten. Gezielte, kleinräumige Maßnahmen bieten daher ein großes Potenzial, das bisher kaum systematisch genutzt wird. AquaSilva untersucht deshalb, wie bestehende Strukturen und gezielte kleine Retentionsmaßnahmen dazu beitragen können, Hochwasserrisiken zu verringern und gleichzeitig die Wasserverfügbarkeit in der Landschaft zu verbessern. 

„Unser Ziel ist es, Niederschlagswasser im Einzugsgebiet möglichst lange zurückzuhalten, dort wo dies sinnvoll ist, statt es rasch abzuleiten. Wälder spielen dabei eine Schlüsselrolle: Gesunde Waldböden und vitale Vegetation speichern Wasser, verzögern Abflüsse und stabilisieren den Wasserhaushalt“, sagt DIin Veronika Lechner, Projektleiterin am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW).

Im Projekt werden zunächst bestehende Maßnahmen und Erfahrungen systematisch erhoben. Darauf aufbauend entwickeln die Forscher:innen Methoden und Modelle, um die Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen zu bewerten. Ergänzend werden Monitoringaktivitäten im Wienerwald durchgeführt, um Modelle und Beobachtungen miteinander zu verknüpfen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen schließlich in einen praxisorientierten Leitfaden und Maßnahmenkatalog ein. Dieser soll Forstbetrieben, Planerinnen und Planern sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern künftig als Grundlage für die Auswahl und Umsetzung wirksamer Maßnahmen dienen.

Mit AquaSilva leistet das BFW einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Das Projekt verbindet Hochwasserschutz, nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Schutz wertvoller Wasserressourcen.

Projektleitung
Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Institut für Naturgefahren,
DIin Veronika Lechner

Projektpartner
BOKU University, Institut für Alpine Naturgefahren sowie Institut für Forsttechnik

Unterstützende Partner
Österreichische Bundesforste AG (Forstbetrieb Wienerwald) und Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH

Abb. 2: Instrumentierter Rohrdurchlass unter einer Forststraße zur Abflussmessung im Pilotgebiet Großer Steinbach (Wienerwald). Foto: AquaSilva/BOKU