Soziale Waldarbeit
Durch Soziale Waldarbeitsprojekte werden arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Bereich Wald- und Forstwirtschaft umgesetzt, die besonders arbeitsmarktfernen Personen neue Perspektiven eröffnen. Die Tätigkeiten erfolgen unter fachlicher Anleitung in einem naturnahen Umfeld. Dadurch werden Kompetenzen gestärkt und gesundheitliche Effekte gefördert.
Soziale Waldarbeitsprojekte verbinden zwei zentrale Anliegen: Einerseits schaffen sie Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Andererseits bieten sie Waldbesitzer:innen eine unterstützende Dienstleistung, indem sie bei laufenden Arbeiten helfen und zur nachhaltigen Pflege von Waldflächen beitragen. Der Wirkungsbereich umfasst verschiedene Tätigkeitsfelder mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Komponenten, die sich in drei Schwerpunkte gliedern.

Dienstleistung in der Wald- und Forstarbeit
Im Rahmen sozialer Waldarbeitsprojekte werden Arbeiten durchgeführt, die eine nachhaltige Bewirtschaftung unterstützen. Ziel ist es, die Multifunktionalität des Waldes – etwa Biodiversität, Produktivität und Vitalität – zu erhalten und zu stärken.
Gleichzeitig werden Waldbesitzer:innen bei anfallenden Arbeiten unterstützt. Die Tätigkeiten orientieren sich an den Anforderungen der Praxis und den Fähigkeiten der Teilnehmenden. Für spezielle Aufgaben können Schulungen angeboten werden. Zu den Arbeitsfeldern zählen u. a. Waldpflege, Jungwuchspflege, Waldschutzmaßnahmen sowie die Erhaltung von Forststraßen und Wanderwegen.
Innovation in der Arbeitsmarktintegration
Soziale Waldarbeitsprojekte schaffen Arbeitsplätze und Trainingsmöglichkeiten für arbeitsmarktferne Personen. Dafür wurde die gemeinnützige GmbH Stützpunkt gegründet: sie stellt die Teilnehmenden an, koordiniert die Arbeiten und gewährleistet die fachliche Begleitung.
Durch praktische Tätigkeiten im Wald werden individuelle Ressourcen aktiviert und Kompetenzen gezielt weiterentwickelt. Trainingsangebote unterstützen dabei, Eignungen festzustellen und praxisnahe Erfahrungen zu vermitteln. Ein respektvoller Umgang bildet die Grundlage der Zusammenarbeit und orientiert sich am biopsychosozialen Modell. Ziel ist es, dass Teilnehmende ihre Fähigkeiten ausbauen und zunehmend eigenständig handeln können.
Die Arbeit in der Natur fördert zudem die körperliche und psychische Gesundheit und stärkt das Wohlbefinden ganzheitlich. Ergänzende Qualifizierungsangebote eröffnen zusätzliche Perspektiven für weiterführende Ausbildungen und Zertifizierungen.
Langfristig soll das Projekt österreichweit in den unterschiedlichen Bundesländern ausgerollt und etabliert werden. Dabei ist es notwendig, verschiedene Organisationsmodelle zu entwickeln, die den jeweiligen regionalen Anforderungen und Rahmenbedingungen gerecht werden. Diese differenzierten Organisationsansätze – in Verbindung mit passenden Wirkungsmodellen – stellen zentrale soziale Innovationen dar und bilden eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Entwicklung und Verankerung des Projekts.
Ein Plus für den Wald: Umweltschutz und Innovation
Gezielte Arbeitsabläufe ermöglichen eine umweltschonende Bewirtschaftung. Durch geeignete Arbeitsmittel und verantwortungsvollen Ressourceneinsatz wird die ökologische Qualität der Wälder unterstützt.
Artenvielfalt sowie Widerstandskraft gegenüber Klimaveränderungen werden gestärkt. Gleichzeitig können neue Ansätze und Kooperationen entstehen, die zusätzlichen Mehrwert für die Forstwirtschaft schaffen.
Soziale Waldarbeit & Sozialwissenschaft
Soziale Waldarbeit verbindet praktische Tätigkeiten mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen der Arbeitsintegration und Rehabilitation. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie naturnahe Arbeit soziale Teilhabe und Beschäftigung für benachteiligte Gruppen fördern kann.
Erkenntnisse zeigen, dass sinnstiftende Arbeit in der Natur positive Effekte auf psychische Stabilität und Integration hat. Diese Potenziale werden gezielt genutzt, indem arbeitsmarktpolitische Maßnahmen mit sozialpädagogischen und therapeutischen Ansätzen kombiniert werden und so nachhaltige Beschäftigungsmodelle entstehen.
- Wald als integrativer Arbeitsplatz: Wie man Angebote für Soziale Waldarbeit in der Wald- und Forstwirtschaft schafft. – Ohrfandl M., Schreck M., Mühlberger D., 2021
Kostenloser Download der Broschüre über den BFW-Webshop.
Kooperation
Aktuell wird die verkürzte Lehre gemeinsam mit dem BFW und Stützpunkt gGmbH umgesetzt, unterstützt durch die Umweltstiftung.
