Werner Ruhm geht in Pension
Dipl.-Ing. Werner Ruhm steht für die Einführung von modernen Laubholzkonzepten und passender, kosteneffizienter Pflege. Seit 1991 arbeitet er am Bundesforschungszentrum für Wald und geht Ende Februar 2026 in den Ruhestand.
1961 in St. Pölten geboren, studierte Ruhm Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur und kartierte während des Studiums die Austandorte zwischen Tulln und Stockerau. Die Auwaldbesetzung 1984 in Hainburg belebte die Auwaldforschung: Ruhm beteiligte sich an dem MAB-Projekt „Ökosystemstudie Donaustau Altenwörth“, die für ihn Forstwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Fischerei ideal verband – seine Lieblingsthemen.
In den 1980er-Jahren intensivierte die Waldsterbensdiskussion die forstliche Forschung. Vor allem Waldbauverfahren für den Bergmischwald wurden in großangelegten interdisziplinären Forschungsprojekten untersucht. In den deutschsprachigen Ländern prägten Persönlichkeiten wie Peter Burschel und Reinhard Mosandl (Waldbauinstitut der TUM) die Diskussionen. Ruhm setzte sich mit deren Arbeiten auseinander, nachdem er 1991 dem Waldbau-Institut der damaligen Forstlichen Bundesversuchsanstalt (heute: Bundesforschungszentrum für Wald) beitrat.
Zunächst beschäftigte er sich mit der Verjüngungsökologie in der montanen Stufe des Wechselgebirges. „Wir bauten unsere Samenfangstationen selbst, sie mussten kostengünstig und anpassbar sein“, sagt Ruhm. Die besondere Bedeutung des Mikrostandortes für Keimung und Etablierung der Naturverjüngung konnte in langjährigen und aufwendigen Feldstudien dargelegt werden. Nach der Pensionierung von Dipl.-Ing. Johann Natterer übernahm Dr. Ferdinand Müller das Waldbau-Institut, und Ruhm wurde Abteilungsleiter.
Kosteneffizienter Waldbau
Er konzentrierte sich auf Laubwertholzproduktion und hier im Besonderen auf die waldbaulich anspruchsvollen Eichenarten. Kosteneffizienter Waldbau bei Laubholzkonzepten war das Gebot der Stunde. Es galt nicht nur an einer Verkürzung der Umtriebszeit zu arbeiten, sondern auch an einer merklichen Reduktion der Pflanzenzahlen bei der Begründung und das möglichst ohne Einschränkungen der qualitativen Entwicklung der Stämme.
Die Trupp-Pflanzung des Laubholzes war ihm ein besonderes Anliegen. Bei diesem Begründungskonzept wird die übliche Vorstellung, in Reihen zu pflanzen, verlassen. Die Kulturbegründung findet nicht mehr auf der gesamten Fläche statt, sondern nur mehr im Bereich der zukünftigen Endbestandsbäume.
„Ich konnte mit meinem Team viel ausprobieren. Wir hatten Freiraum, der weiter existiert, aber heute viel stärker im Zeichen der wirtschaftlichen Notwendigkeiten des BFW steht“, erklärt Ruhm. Werner Ruhm brachte seine praxisorientierte Erfahrung auch in die ARGE Waldveredelung ein und war 18 Jahre deren Geschäftsführer.