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Klimafitte Wälder im Kamptal

Blick über eine Waldlandschaft, unterschiedliche Baumarte

Beitragsinhalt

Mit dem Waldfonds-Projekt „Klimawald Kamptal“ startet eine neue Initiative, die zeigt, wie nachhaltige Waldbewirtschaftung, Biodiversitätsschutz und wissenschaftliche Erkenntnisse ineinandergreifen. Ziel ist es, gemeinsam mit regionalen Forstbetrieben Strategien zu entwickeln, die den Herausforderungen des Klimawandels standhalten. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie Wälder so bewirtschaftet werden können, dass sie ihre ökologische Vielfalt bewahren und gleichzeitig stabil und wirtschaftlich nutzbar bleiben.

Die Wälder des mittleren Kamptals zählen zu den ökologisch wertvollen Landschaftsräumen Niederösterreichs. Gleichzeitig sind sie – wie viele Waldgebiete in Österreich – das Ergebnis einer über Generationen gewachsenen, nachhaltigen Nutzung. Das Projekt setzt genau hier an: Es untersucht, wie sich diese bewirtschafteten Wälder unter veränderten klimatischen Bedingungen weiterentwickeln und wie ihre Funktionen für Biodiversität, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gesichert werden können.

„Unsere Wälder sind keine statischen Systeme, sondern dynamische Lebensräume, die sich ständig verändern. Ziel des Projekts ist es, diese Veränderungen besser zu verstehen und darauf aufbauend fundierte Entscheidungen für die Zukunft zu ermöglichen,“ erklärt Viktoria Valenta, Projektleiterin am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW).

Wissenschaftliche Grundlage für fundierte Entscheidungen

Das Projekt kombiniert umfangreiche Biodiversitätserhebungen mit Modellierungen, die Entwicklungsszenarien von Waldlebensräumen mit besonderem Fokus auf FFH-Waldlebensraumtypen des Kamptales unter dem Einfluss des Klimawandels aufzeigen. Gemeinsam mit den Forstbetrieben wird dazu erarbeitet, wie klimabedingte Veränderungen einfach und durch die Betriebe selbst festgemacht und monitort werden können. Als zentrales Projektergebnis wird ein überbetriebliches Naturraummanagementkonzept für die drei Forstbetriebe des mittleren Kamptales erstellt.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ist entscheidend. Die Forstbetriebe bringen ihr Erfahrungswissen ein, wir ergänzen dieses durch systematische Analysen und Modelle,“ so Mario Oswald, Ökologe bei LACON Landschaftsplanung GmbH.

Biodiversität durch gezieltes Management sichern

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, Wege aufzuzeigen, wie sich die biologische Vielfalt in bewirtschafteten Wäldern erhalten und fördern lässt. Dabei wird deutlich: Biodiversität entsteht nicht zufällig, sondern ist vielfach das Ergebnis langfristiger, angepasster Bewirtschaftung.

„Viele der heute wertvollen Lebensräume sind durch eine nachhaltige Nutzung entstanden. Dieses Wissen wollen wir weiterentwickeln und an zukünftige Herausforderungen anpassen,“ betont Rudolf Hoyos-Trattmansdorff vom Forstbetrieb Hornerwald.

Blick in Baumkrone. Foto: Viktoria Valenta
Klimafitte Wälder im Kamptal. Foto: Viktoria Valenta

Gemeinsam mit Elisabeth Kuefstein von der Forstverwaltung Greillenstein und DI Markus Hoyos von der Guts- & Forstverwaltung Horn stellen sie ihre Waldflächen dem Projekt zur Verfügung, um auch in Zukunft die Biodiversität darauf erhalten zu können.

Praxisnahe Lösungen für eine unsichere Zukunft

Neben ökologischen Fragestellungen berücksichtigt das Projekt auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Waldbewirtschaftung. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch betrieblich umsetzbar sind. Die Ergebnisse sollen nicht nur im Kamptal Anwendung finden, sondern auch als Modell für andere Regionen in Österreich dienen.

Wissen teilen und Bewusstsein schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufbereitung und Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse. Gemeinsam mit den Betrieben werden Formate entwickelt, die Wissen praxisnah weitergeben und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Interessierte können den Projektfortschritt über begleitende Kommunikationsmaßnahmen und den Instagram-Kanal @wawip_waldbiodiversitaet verfolgen.

Renate Haslinger, Geschäftsführerin von Biosa Austria, Verein für dynamischen Naturschutz erklärt: „Artenreiche und klimafitte Wälder entstehen dort, wo Wissen, Verantwortung und Praxis zusammenkommen. Für BIOSA ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt, um der Fachöffentlichkeit, aber auch der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung und Biodiversität kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken.“

Über das Projekt „Klimawald Kamptal“

Im oberen Kamptal werden aktuell unterschiedliche Zukunftsperspektiven für den Umgang mit ökologisch wertvollen Waldlandschaften diskutiert. Das Projekt versteht sich dabei als wissenschaftlicher Beitrag zur Frage, wie verschiedene Ansätze zur langfristigen Sicherung von Biodiversität und resilienten Waldökosystemen beitragen können. Im Fokus stehen die Entwicklung klimafitter Waldstrategien, die Sicherung der Biodiversität sowie die Stärkung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis umgesetzt und durch den Waldfonds gefördert.

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