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Neue Studie zeigt: Hohe Dichte an Baummikrohabitaten in unbewirtschafteten Wald-Trittsteinbiotopen entdeckt

Auf dem Bild ist eine Mulmhöhle zu sehen. Sie gilt als ein Mikrohabitat an Bäumen.

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Wien – Eine aktuelle, wissenschaftlich begutachtete Studie aus dem Fachjournal Forest Ecology and Management (Elsevier Verlag) liefert neue Erkenntnisse zur Biodiversität in österreichischen Wäldern. Forschende des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) konnten zeigen, dass kleine, seit mehreren Jahren nicht mehr bewirtschaftete Waldflächen, sogenannte Trittsteinbiotope, eine bemerkenswert hohe Anzahl von Baum-Mikrohabitaten aufweisen. Diese Strukturen, wie etwa Höhlen, Kronentotholz oder Epiphytenbewuchs, sind essenzielle Lebensräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten und gelten als wichtige Indikatoren für die biologische Vielfalt im Wald.

Ein Forschungsteam des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) in Wien hat im Rahmen des österreichischen Trittstein-Programms, bei dem Waldflächen für 10 bis 20 Jahre aus der Nutzung genommen werden, eine detaillierte Bestandsaufnahme durchgeführt. Für die Studie wurden 17.716 lebende Bäume auf 872 Probeflächen untersucht. Etwa 33 Prozent aller untersuchten Bäume wies mindestens ein Mikrohabitat auf, mehr als 13 Prozent sogar mehrere. Diese Werte liegen über den in vielen europäischen Wäldern berichteten Vergleichswerten.

„Die Ergebnisse zeigen zudem, dass insbesondere große und ältere Bäume wichtige Träger von Mikrohabitaten sind. Der Stammdurchmesser erwies sich als der wichtigste Einflussfaktor für das Vorkommen solcher Strukturen. Gleichzeitig spielen auch Baumart und Standortbedingungen eine entscheidende Rolle. So unterscheiden sich die Mikrohabitat-Muster deutlich zwischen verschiedenen Baumarten und Waldtypen“, erklärt die Leiterin des Instituts für Waldbiodiversität und Naturschutz Katharina Lapin.

Freiwillig Biodiversität fördern

Das österreichische Trittsteinprogramm wurde ins Leben gerufen, um die Vernetzung von Lebensräumen in einer zunehmend fragmentierten Waldlandschaft zu verbessern. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stellen dabei freiwillig kleinere Waldflächen langfristig außer Nutzung. Die nun veröffentlichte Studie bestätigt, dass diese Flächen bereits nach relativ kurzer Zeit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten können.

Die Ergebnisse der Studie belegen auch, dass vertragsbasierter Schutz kleiner biodiversitätsreicher Waldflächen somit eine robuste und effektive Strategie darstellt, um Biodiversitätsziele in die allgemeine Waldbewirtschaftung zu integrieren. Gleichzeitig weisen die Autorinnen und Autoren darauf hin, dass für die Entstehung von speziellen Lebensräumen wie großen Spechthöhlen eine langfristige Kontinuität dieser Flächen sichergestellt werden muss, damit die Bäume das dafür nötige biologische Alter erreichen können.

Der Erhalt großer Habitatbäume und die langfristige Sicherung unbewirtschafteter Waldflächen können somit wirksame Maßnahmen sein, um die Artenvielfalt in Österreichs Wäldern nachhaltig zu fördern.

Publikation:
Lapin, K. et al. (2026): Abundance, diversity, and tree species-specific patterns of tree-related microhabitats (TreMs) on living trees in unmanaged forests. Forest Ecology and Management 617, 123920.

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Website Trittsteinbiotope

Presseanfragen: Marianne Schreck, marianne.schreck@bfw.gv.at

Fotos: Laura Fels/BFW