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WeNaTour: Nachhaltiges Destinationsmanagement, Natur, Gesundheit und Wohlbefinden im Fokus

Es ist eine Hand zu sehen, die über eine grüne Wiese streicht.

Beitragsinhalt

Ein Erasmus+-Projekt zur Qualifizierung von Fachkräften für nachhaltigen Tourismus

In den letzten Jahren haben Wirtschafts- und Umweltkrisen einen deutlichen Wandel im Tourismussektor ausgelöst und neue Bedürfnisse, aber auch bestehende Lücken touristischer Angebote sichtbar gemacht. Gäste suchen heute verstärkt nach sinnstiftenden Naturerlebnissen, die einen bewussteren und nachhaltigeren Zugang zur Natur ermöglichen. Gleichzeitig sollen solche Erlebnisse einen positiven sozialen Beitrag leisten zur lokalen Bevölkerung und zur regionalen Entwicklung beitragen.

Dadurch entstehen neue Anforderungen an die Tourismusbranche. Nachhaltige Praktiken müssen stärker in touristische Angebote und Managementprozesse integriert, wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt und internationale Standards wie jene des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) beachtet werden.
Gleichzeitig eröffnen sich neue Marktchancen. Green-Care-Tourismus an der Schnittstelle von Natur, Landwirtschaft und Tourismus sowie Angebote zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden bieten großes Potenzial für innovative touristische Produkte und neue Perspektiven für Destinationen und Betriebe.

Vor diesem Hintergrund wurde das Erasmus+-Projekt WeNaTour (Welfare, Nature and Tourism) ins Leben gerufen. Das dreijährige europäische Projekt verfolgt das Ziel, Fachkräfte für einen nachhaltigeren Tourismus zu qualifizieren und neue Marktsegmente im Bereich Natur, Gesundheit und Wohlbefinden zu erschließen.

WeNaTour vereint zwölf europäische Partner aus Hochschulen, Beratungsunternehmen und Non-Profit-Organisationen. In Österreich wird das Projekt von der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems, der FH Kärnten und dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) getragen. Gemeinsam bringen die drei Institutionen ihre Expertise in den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Destinationsentwicklung, Gesundheit und Natur sowie Wald- und Umweltforschung ein. Koordiniert wird das internationale Konsortium von der Universität Padua (Italien). 

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Ermittlung zukünftiger Kompetenzanforderungen und Bildungsbedarfe in der Tourismusbranche. Dazu wurden Trends und Herausforderungen analysiert sowie zahlreiche Fallstudien aus unterschiedlichen Ländern untersucht. Auf dieser Grundlage entwickelte das Konsortium ein umfassendes Weiterbildungsangebot für Studierende und Fachkräfte.

Zu den Ergebnissen des Projekts zählen:

  • zwei multidisziplinäre E-Learning-Kurse für Studierende und Tourismusexpert:innen,
  • zwei internationale Spezialisierungsprogramme in Österreich und Italien,
  • ein universitär akkreditierter Micro-Credential-Kurs,
  • vier frei zugängliche Webinare mit internationalen Expertinnen und Experten,
  • die Schaffung eines internationalen Netzwerks zum qualifizierten Austausch zum Thema – WeNaTour Alliance

Die Programme wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Insgesamt konnten bislang 176 Zertifikate an Teilnehmende aus 72 Ländern vergeben werden. Das rege internationale Interesse an den Kursen bestätigt klar die Relevanz des Themas und die Qualität des Angebots. Die im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Praxisbeispiele veranschaulichen, wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden und regionale Entwicklung in der österreichischen Tourismuspraxis erfolgreich umgesetzt werden.

Menschen liegen rund um einen Baum im Wald.
Mit WeNaTour setzen europäische Projektpartner neue Impulse für nachhaltigen Tourismus und präsentieren innovative Praxisbeispiele aus Österreich.

Österreichische Praxisbeispiele zeigen neue Wege für einen nachhaltigen naturbasierten Tourismus

Traditionelles Wissen als touristische Ressource: TEH

Die Traditionelle Europäische Heilkunde (TEH) im Salzburger Pinzgau bewahrt und vermittelt jahrhundertealtes Wissen über Kräuter, Bäume und natürliche Heilmethoden. Durch Ausbildungen, Seminare und Workshops wird dieses Wissen weitergegeben und gemeinsam mit Tourismuspartner*innen für Gäste erlebbar gemacht – etwa bei Kräuterwanderungen oder im alpinen Kräutergarten „Berg der Sinne“ in Leogang.
„TEH zeigt eindrucksvoll, wie traditionelles Wissen über Generationen hinweg bewahrt und gleichzeitig in zeitgemäße touristische Angebote integriert werden kann. Dadurch entstehen authentische Erlebnisse mit einer starken regionalen Verankerung und einem klaren Bezug zur Nachhaltigkeit“, erklärt Claudia Bauer-Krösbacher von der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems.

Heilwald Göttweig: Natur als Gesundheitsraum

Mit dem Heilwald Göttweig wurde im Juni 2025 Österreichs erster zertifizierter Heilwald eröffnet. Das Angebot verbindet Natur, Gesundheit und Tourismus und schafft einen innovativen Raum für Erholung, Gesundheitsförderung und Naturerlebnis. Das Areal umfasst die Themenbereiche Soziales, Entspannung, Bewegung und Spiritualität und bietet gesundheitsfördernde, waldpädagogische und waldtherapeutische Angebote. Damit greift es die wachsende Nachfrage nach naturbasierten Wohlfühl- und Gesundheitserlebnissen auf.
„Der Heilwald Göttweig verdeutlicht, wie Natur nicht nur als Kulisse für touristische Aktivitäten dient, sondern selbst zum zentralen Gesundheits- und Erfahrungsraum werden kann. Angesichts zunehmender Belastungen im Alltag gewinnen solche Angebote für Gäste und Regionen gleichermaßen an Bedeutung“, betont Claudia Bauer-Krösbacher (IMC Krems).

Green-Care-Tourismus: Natur, Landwirtschaft und gesellschaftlicher Mehrwert

Green-Care-Tourismus verbindet Land- und Forstwirtschaft, Natur, Gesundheit, Bildung und soziale Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen Angebote, die Menschen Naturerfahrungen ermöglichen und gleichzeitig einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.
Solche Konzepte eröffnen neue Einkommensmöglichkeiten für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, stärken ländliche Regionen und schaffen touristische Erlebnisse mit sozialem und ökologischem Mehrwert.
„Green-Care-Angebote zeigen, wie Land- und Forstwirtschaft, Natur, Gesundheit und Tourismus erfolgreich miteinander verbunden werden können. Dadurch entstehen innovative Angebote mit einem klaren gesellschaftlichen und regionalen Mehrwert“, erläutert Dominik Mühlberger vom Bundesforschungszentrum für Wald.

Dark-Sky-Tourismus: Nachhaltige Naturerlebnisse unter dem Sternenhimmel

Dark-Sky-Tourismus schafft besondere Naturerlebnisse durch die bewusste Wahrnehmung natürlicher Dunkelheit und des Nachthimmels. Gleichzeitig sensibilisiert er für die Auswirkungen von Lichtverschmutzung – gleichermaßen auf den Menschen, die Tierwelt und ganze Ökosysteme.
Durch Sternenbeobachtungen, geführte Nachtwanderungen und Bildungsangebote entstehen neue touristische Produkte, die Naturerleben, Umweltbildung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.
„Dark-Sky-Tourismus macht natürliche Dunkelheit als wertvolle Ressource erlebbar. Gleichzeitig schafft er Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Naturschutz und eröffnet Destinationen neue Möglichkeiten zur touristischen Positionierung“, sagt Klaus Friedrich von der FH Kärnten.

Tourismus mit Mehrwert für Menschen, Regionen und Umwelt

Die Beispiele aus den Bereichen TEH, Heilwald, Green-Care-Tourismus und Dark-Sky-Tourismus zeigen, wie Natur, Gesundheit, Bildung und regionale Entwicklung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Sie verdeutlichen das Potenzial neuer Tourismusangebote, die sowohl Gästen als auch lokalen Gemeinschaften zugutekommen.
Mit WeNaTour wurden die dafür erforderlichen Kompetenzen, Bildungsangebote und internationalen Netzwerke aufgebaut. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Fachkräfte auf die zukünftigen Anforderungen der Tourismusbranche vorzubereiten und nachhaltige Entwicklungen in Destinationen und Betrieben zu unterstützen.

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