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Generhaltungs-Plantagen sichern Biodiversität

Einige Baumarten sind in Österreich selten geworden. So sind beispielsweise Speierling, Wildbirne oder Holzapfel nur ausnahmsweise im Wald zu finden. Aus genetischer Sicht ist dies nicht unbedeutetend, da es für solche Baumarten schwierig ist, geeignete Paarungspartner zu finden.

Daher setzt das Institut für Waldgenetik des BFW gezielte Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der heimischen Baumpopulationen um. Einzelindividuen wurden vegetativ oder über ihre Samen vermehrt, in künstlichen Populationen (Erhaltungsplantagen) angepflanzt, um so eine ausreichende Anzahl an Paarungspartnern und Saatgut mit einer hohen genetischen Vielfalt zu schaffen.

Neben der Erhaltung seltener Baumarten wurden auch Maßnahmen zum Schutz und zur Produktion von gefährdeten Baumrassen (Herkünfte) weit verbreiteter Baumarten gesetzt. Dies dient zur Sicherung des Genpools, aber auch zur Steigerung des Anpassungspotenzials.

Es ist eine Maßnahme, die angesichts des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Erhaltung und Pflege dieser Plantagen ist daher eine wichtige praxisrelevante Aufgabe des BFW. Das aus diesen Samenplantagen gewonnene Saatgut weist eine hohe genetische Vielfalt auf, wodurch das BFW einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der innerartlichen Biodiversität leistet.

Verwaltung in Eigenregie

Derzeit werden 61 Plantagen für 18 Baumarten auf einer Fläche von 81 Hektar betreut, welche teilweise schon in der späten 1980er Jahren angelegt wurden. Viele Plantagen werden in Kooperation mit den jeweiligen Bundesländern betrieben. In der Regel übernimmt das Lebensministerium in diesen Fällen die Kosten für die Pflege der Plantagen, das Saatgut wird dem jeweiligen Bewirtschafter dann zum Marktpreis über ein Vorkaufsrecht angeboten.

Derartige Verträge bestehen mit den Ländern Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Burgenland und Tirol. Die Plantagenzentren am Königshof (12 Einheiten, 11 Baumarten, 14,7 Hektar) und am TÜPL Allentsteig (13 Einheiten, 7 Baumarten, 17,6 Hektar) werden vom BFW in Eigenregie verwaltet und finanziert. Die meisten der Plantageneinheiten fruktifizieren bereits und leisten über den Samenverkauf einen Kostendeckungsbeitrag für Pflege und Bewirtschaftung.