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„Know your enemy“ gilt auch im Wald

Braun verfärbte Douglasie durch Borkenkäferbefall

Wer seinen Feind bekämpfen will, muss verstehen, wie er tickt. Daher wird der Sechszähnige Kiefernborkenkäfer, ein Schädling von zunehmender Bedeutung, genauer unter die Lupe genommen.

„Der Borkenkäfer“ wird gerne synonym für die aktuell schädlichste Art verwendet, den Buchdrucker (Ips typographus). Weltweit gibt es aber etwa 6.000 Borkenkäferarten, die Gattung Ips umfasst 35 Arten. Einer davon ist der Sechszähnige Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus), der in den vergangenen Jahren vermehrt beobachtet wurde. Dieser trat auch an stehenden, noch lebenden Weißkiefern auf. Aber auch nicht-heimische Baumarten, wie die Douglasie, die ein großes Potential als klimafitte Baumart haben können, wurden erfolgreich besiedelt. Das Wissen über den Schädling ist noch relativ gering. Kenntnisse über seine Biologie, Ökologie und sein Schadpotential stellen jedoch die Basis für effektive Forstschutzmaßnahmen – vorbeugende wie bekämpfende – dar.

Das Projekt NewIPS soll grundlegende Daten zur Biologie und Ökologie von I. acuminatus erarbeiten, welche in weiterer Folge zur Prognose des Befalls sowie zur Bekämpfung bei Massenvermehrungen angewendet werden sollen. Dies wird zu einem effektiven Management einer Borkenkäfer-Art beitragen, die in Zukunft einen hohen Stellenwert in der österreichischen Forstwirtschaft einnehmen könnte und bei der klimafitten Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden sollte.

Klimawandel begünstigt Anfälligkeit

Nadelwälder sind gegenüber steigenden Temperaturen und ungünstiger Niederschlagsverteilung verwundbarer. Daher geht man speziell dort in Zukunft von steigenden Schäden durch Borkenkäferarten aus. Dieser Zusammenhang wurde bei vielen Borkenkäfern weltweit beobachtet und dieser Effekt wird durch zukünftige klimawandelbedingte Veränderungen noch an Bedeutung gewinnen. In diesem vom Waldfonds geförderten Projekt arbeitet die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) (Leitung) gemeinsam mit dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) an vier Zielen.

Wirkung der Temperatur auf die Entwicklung

In Laborversuchen wird der optimale Temperaturbereich für die Entwicklung des gesamten Lebenszyklus (von der Besiedlung bis zum Schlupf der geschlechtsreifen Jungkäfer) bestimmt. Die Werte werden in Folge in ein Prognosemodell implementiert, um so vorhersagen zu können, wie sich die Käfer bei verschiedenen Temperaturen entwickeln.

Wirtseignung verschiedener Baumarten

Bei Weißkiefer, Schwarzkiefer und Douglasie wird in Laborversuchen gemessen, wie schnell und wie erfolgreich sich die Käfer entwickeln. So lässt sich die Eignung verschiedener Baumarten als Wirte beurteilen.

Relevanz als Schädling bei Douglasie

An der Douglasie wird die Bedeutung des Sechszähnigen Kiefernborkenkäfers als Forstschädling gesondert untersucht. Auch das Vorkommen anderer Borkenkäfer, wie z.B. Buchdrucker (Ips typographus), Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) oder Furchenflügeliger Fichtenborkenkäfer (Pityophtorus pityographus), sowie weiterer Schadfaktoren an dieser Baumart wird ermittelt.

Douglasienstamm mit Borkenkäferschäden
Unter der Rinde im Wipfelbereich finden sich Brutsysteme des Sechszähnigen Kiefernborkenkäfers (Ips acuminatus). Foto: BFW / Bernhard Perny

Untersuchung der Relevanz von Bläuepilzen

Die mit Ips acuminatus vergesellschafteten Bläuepilz-Arten an Weißkiefer, Schwarzkiefer und Douglasie sollen untersucht werden. In Laborexperimenten werden deren Pathogenität und die Wechselwirkungen mit dem Käfer untersucht.

Projektinfos

Projekttitel: NewIPS
Projekttitel lang: Gefährdungsabschätzung für neuartige Schadauftreten von Borkenkäfern an Kiefern und Douglasie
Laufzeit: 01.03.2022 – 30.09.2024

Fördergeber: Waldfonds
Projektleitung: BOKU (Universität für Bodenkultur)
Projektpartner: BFW (Bundesforschungszentrum für Wald)

Kontakt

Gernot Hoch, Bundesforschungszentrum für Wald, Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1131 Wien, gernot.hoch@bfw.gv.at

Links

https://dafne.at/projekte/wf-projekt-newips

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