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Internationaler Tag des Waldes: Bioökonomie beginnt beim Saatgut

Säcke mit Waldsaatgut sind auf diesem Foto zu sehen - in einem Kühlraum.

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Der Wald beginnt nicht erst im Bestand, sondern mit dem Saatgut. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes (21. März) weist das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) auf die zentrale Bedeutung von hochwertigem forstlichem Vermehrungsgut für stabile Wälder und eine funktionierende Bioökonomie hin.

Im Versuchsgarten Tulln lagert und betreut das BFW Saatgut verschiedener Waldbaumarten und stellt damit eine wichtige Grundlage für die Wiederbewaldung und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Österreich bereit. Die Anlage im Tullner Becken dient als zentrale Infrastruktur für die Lagerung und Bereitstellung von Saatgut aus Saatgutplantagen und ausgewählten Erntebeständen aus unterschiedlichen Wuchsgebieten Österreichs. Von hier aus wird qualitativ hochwertiges Vermehrungsgut an Baumschulen, Händler:innen und Waldbesitzende vertrieben. Gesamtbetrachtet gelangen in Österreich jährlich rund 22,5 Millionen Forstpflanzen in den Verkauf. Fachleute gehen davon aus, dass der Bedarf an geeignetem Saatgut künftig weiter steigen wird.

Entscheidend: standortangepasstes Saatgut

Die Nachfrage nach Forstpflanzen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Auffallend ist insbesondere der starke Rückgang der Fichte, deren Anteil etwa um die Hälfte gesunken ist, während die Nachfrage nach Lärche weitgehend stabil bleibt. Zunehmend gefragt sind hingegen Weißtanne, Stieleiche und Douglasie sowie Laubbaumarten wie Ahorn und Kirsche. Diese größere Vielfalt an Mischbaumarten trägt dazu bei, die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder gegenüber klimatischen Veränderungen zu erhöhen. Die Bedeutung von hochwertigem Saatgut reicht über ökologische Aspekte hinaus.

„Gesunde und produktive Wälder bilden die Grundlage für die Bioökonomie und den nachwachsenden Rohstoff Holz. Holz ist ein zentraler Bestandteil zahlreicher Wertschöpfungsketten – vom Bauwesen über die Papier- und Zellstoffindustrie bis hin zu biobasierten Materialien,“ fasst Peter Mayer die Bedeutung von Saatgut zusammen.

Versorgung für die Zukunft sichern

Um die Versorgung mit hochwertigem Vermehrungsgut langfristig zu sichern, baut das BFW derzeit ein Plantagenzentrum im Südburgenland auf. Geplant sind auch Investitionen in eine moderne nationale Saatgutaufbereitung und -lagerung, insbesondere für Laubholzsaatgut. Ein nationales Saatgutlager soll künftig zudem als strategische Reserve dienen, um die Wiederbewaldung nach Schadereignissen abzusichern. Damit werden Versorgungssicherheit, Krisenresilienz und die forstliche Souveränität Österreichs gestärkt. Gleichzeitig soll das Zentrum internationale Kooperationen im Bereich Technologie und Know-how fördern und zur Koordinierung auf EU-Ebene beitragen. Ein modernes nationales Saatgutsystem ist damit eine zentrale Maßnahme für Klimaschutz, Biodiversität und die langfristige Sicherung der österreichischen Forstwirtschaft.

Anfragen: Christian Lackner, christian.lackner@bfw.gv.at

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