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Ein Wald für die nächste Generation

Wie sieht der Wald der Zukunft aus? Eine Kooperation des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), der OMV und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) rückt Anpassungsstrategien an den Klimawandel ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. 35 verschiedene Baumarten auf 6 ha in der Gemeinde Matzen-Raggendorf (NÖ) stehen im Fokus des Klimaforschungswaldes.

Wien, Niederösterreich, Juni 2021 | Wer heute einen Baum pflanzt, muss sich angesichts steigender Temperaturen und trockenerer Sommer auch Gedanken über das Klima der Zukunft machen.

„Die hohe Unsicherheit in den zukünftigen Klima-Szenarien macht es sehr schwierig, heute Bäume auszuwählen, die 80 bis 120 Jahre gesund wachsen werden.“

BFW-Leiter Peter Mayer

Die Angepasstheit von Baumarten, nichtheimische Baumarten, neue Krankheitserreger und entsprechende Maßnahmen sind aktuell einige der bedeutsamsten Themen der Forst- und Holzwirtschaft. Der Klimaforschungswald stellt dafür einen Ort der Auseinandersetzung und der Erkenntnisse dar.

V.L.: LH-Stv. Stephan Pernkopf, Bundesministerin Elisabeth Köstinger, OMV-Finanzvorstand Reinhard Florey und Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald. Bildnachweis: BMLRT/Paul Gruber

„Unser Wald steht durch die Klimaerwärmung vor großen Herausforderungen. Klimaangepasste Wälder tragen maßgeblich zur Risikominimierung bei, da sie Veränderungen leichter ausgleichen können. Wie sich die Zusammensetzung des Waldes ändern wird und welche Rolle heimische und nichtheimische Baumarten spielen können, ist auch Teil der Forschung, die im Klimaforschungswald betrieben wird“, erläutert Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Über 10.000 Bäume von 35 verschiedenen Arten gepflanzt

Seit dem Projektstart 2019 wurden auf insgesamt 6 Hektar im niederösterreichischen Matzen-Raggendorf bereits über 10.000 Bäume von 35 verschiedenen Arten gepflanzt. Parallel dazu werden auf den drei Flächen klimarelevante Messungen durchgeführt. Bis zum Projektende 2030 werden die vielfältigen Waldfunktionen wie Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität vom Forschungsteam laufend evaluiert. Ziel ist es, Baumarten und Baumartenzusammensetzungen zu finden, die auch in klimawandelbetroffenen Gegenden gut wachsen und die Waldfunktionen weiterhin erhalten können.

„40 Prozent der niederösterreichischen Landesfläche sind mit Wald bestockt. Grüne Wälder prägen das Bild unserer Heimat, sie sorgen für nachwachsende Rohstoffe, saubere Luft und schützen das Klima. Mehr als 30.000 bäuerliche Betriebe bewirtschaften unsere Wälder, in der gesamten Wertschöpfungskette Holz wird eine jährliche Wertschöpfung von über 220 Millionen Euro erwirtschaftet, damit sind unsere Wälder auch ein enormer Wirtschafts- und Arbeitsfaktor. Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon jetzt spürbar, in den vergangenen Jahren hat der Borkenkäfer allein in Niederösterreich eine Waldfläche von rund 20.000 ha geschädigt – das entspricht der Hälfte der Fläche Wiens. Wir brauchen daher auch in Zukunft gesunde und klimafitte Wälder. Das Land Niederösterreich begrüßt solche zukunftsgerichteten Forschungsaktivitäten hinsichtlich verschiedener Baumartenzusammensetzungen deshalb ganz besonders“, führt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Pernkopf aus.

Für die OMV ist der Klimaforschungswald ein Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die sich nicht nur auf die Reduktion von CO2-Emissionen, sondern auch auf die Fixierung und das Recycling von CO2 konzentriert. „Für den Klimawandel müssen Lösungen auf unterschiedlichen Ebenen entwickelt werden. Deshalb arbeiten wir intensiv an CO2-reduzierten Energieträgern sowie an umweltschonenden Recyclingmethoden und Technologien zur CO2-Nutzung. Wälder speichern CO2 auf ganz natürliche Weise, weshalb wir sie schützen und unterstützen müssen. Der Klimaforschungswald ist für mich ein Zukunftswald, dessen Ergebnisse wesentlich zu einer CO2-ärmeren Zukunft beitragen werden“, sagt Reinhard Florey, Finanzvorstand der OMV.

Der Klimaforschungswald steht ab sofort der Öffentlichkeit auch für Erholungszwecke zur Verfügung. Zum Spazieren lädt etwa ein eigens angelegter Natur- und Waldlehrpfad ein. Interessierte Besucherinnen und Besucher können dort mehr über die Natur, die Bedeutung des Waldes und der Artenvielfalt – auch im Hinblick auf Insekten – und die Forschungsarbeit erfahren.

  • Mehr Informationen unter www.klimaforschungswald.at
  • Verfolge die Entwicklung des Klimaforschungswaldes auf Facebook und Instagram unter Handle @klimaforschungswald.
  • Weitere Kooperationspartner: Stift Klosterneuburg, Marktgemeinde Matzen-Raggendorf, Gemeindeverband der NÖ Erdöl- und Erdgasgemeinden und Land Niederösterreich.
  • Der Klimaforschungswald trägt unter anderem zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zum Klimaschutz bei.