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Neuerscheinung: Waldartenatlas – ein vielschichtiger Blick auf den Wald

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In Kooperation mit dem Leykam Verlag ist ein Atlas entstanden, der mit seiner klaren Struktur und der anschaulichen Darstellung regionaler Vielfalt neue Perspektiven eröffnet. Er lädt dazu ein, den Wald auf ungewohnte Weise zu entdecken.

Der Wald ist weit mehr als eine Ansammlung von Bäumen, er zählt zu den artenreichsten Ökosystemen unserer Erde. Mit dem Waldartenatlas wird diese verborgene Vielfalt erstmals anschaulich und verständlich aufbereitet und zeigt eindrucksvoll, warum der Wald eine Schlüsselrolle in Zeiten sich ändernder Klimabedingungen spielt. Schätzungen zufolge lebt nahezu die Hälfte aller terrestrischen Arten im Wald. Sie alle tragen dazu bei, diesen Lebensraum aktiv zu formen: von mikroskopisch kleinen Bodenorganismen bis hin zu imposanten Baumriesen. Der neue Waldartenatlas macht sichtbar, wie dieses komplexe Zusammenspiel funktioniert und warum es für Mensch und Natur gleichermaßen unverzichtbar ist.

Vier Lebensräume in einem Ökosystem

Ein besonderes Highlight des Waldartenatlas ist die ansprechende Darstellung der vielen Arten und ihrer bevorzugten Lebensräume, von der Baumkrone über den Stamm und den Waldboden bis hin in den Boden. Diese Perspektive eröffnet einen differenzierten Blick auf den Wald als mehrschichtigen Lebensraum.

„Der Wald funktioniert wie ein Wohnhaus mit mehreren Stockwerken – und jedes davon beherbergt spezialisierte Arten mit eigenen Aufgaben“, macht die Autorin Katharina Lapin, die den Waldartenatlas gemeinsam mit der Biodiversitätsexpertin Janine Oettel verfasst hat, deutlich.

Während in den Baumkronen Licht und Wärme dominieren, entstehen am Stamm und im Totholz einzigartige Mikrohabitate. Am Waldboden und darunter wiederum spielt sich ein Großteil der ökologischen Prozesse ab.

Besonders eindrucksvoll zeigt der Waldartenatlas, was dem Auge meist verborgen bleibt: Der Waldboden ist ein hochaktiver Mikrokosmos. Hier zersetzen Pilze und Mikroorganismen organisches Material, speichern Wasser und stellen Nährstoffe bereit. Es sind Prozesse, ohne die kein Wald existieren könnte.

„Die Gesundheit eines Waldes entscheidet sich maßgeblich unter unseren Füßen“, bringt es Janine Oettel auf den Punkt.

Bäume als Architekten der Vielfalt

„Die meisten Menschen sehen im Wald nur eine grüne Kulisse aus Bäumen. Wir möchten das ändern und die Faszination für die Details wecken“, erklären Katharina Lapin und Janine Oettel. „Wenn man versteht, wie das ‚Stockwerk-System‘ des Waldes funktioniert – von der Wurzel bis zur Krone –, wird der Spaziergang zum lebendigen Spektakel. Artenkenntnis ist für uns der erste Schritt, um ein echtes Bewusstsein für den Schutz dieses wertvollen Ökosystems zu schaffen.“

Die Publikation wurde aus Mitteln des Waldfonds gefördert.

Lapin, Katharina; Oettel, Janine (2026): Waldartenatlas. Eine Auswahl der Arten, die den Wald als Lebensraum nutzen. Wien: Leykam Verlag, 152 Seiten, ISBN 978-3-7011-0545-8. 20 Euro

Bestellung: https://shop.bfw.ac.at/ und https://uni.leykamverlag.at

Presse: Marianne Schreck, marianne.schreck@bfw.gv.at