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Österreichs erster Heilwald bekommt Gütesiegel

Stift Göttweig vom oben fotografiert. Fotocredit: Stift Göttweig, Andreas Steininger

Das Benediktinerstift Göttweig stellt künftig einen Teil seiner Waldflächen als ersten Heilwald Österreichs zur Verfügung. Für präventive Gesundheitsangebote und Therapie bietet der nachhaltig bewirt­schaftete Wald vielfältige Möglichkeiten. Durch die Kooperation zwischen spezialisierten Teams aus dem Gesundheitsbereich und dem Göttweiger Forstbetrieb sollen innovative Gesundheits­angebote geschaffen werden. Die Internationale Gesellschaft für Waldtherapie und die Inter­nationale Zertifizierungsstelle Heilwald der BioCon Valley® GmbH akkreditierten den von IMC Fachhochschule Krems und dem Bundesforschungszentrum für Wald begut­achteten Wald.

Das 53,2 Hektar große Waldstück des Stiftes Göttweig rund um die Mammutbäume im Gemeinde­gebiet von Paudorf war bereits seit 2001 als Erholungswald ausgewiesen. Das Waldstück ist bereits seit 1083 im Eigentum des Stiftes Göttweig und wird seit über 900 Jahren forstlich bewirtschaftet. Seit dem Jahr 2020 arbeitete man an der Erlangung des Gütesiegels, ein Nutzungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit Ärzten und spezialisierten Therapeuten des Teams von „Im Zentrum“ aus Furth erstellt. Die erforder­lichen Gutachten vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und der IMC Fachhochschule Krems be­stätigten nunmehr, dass nach Berücksichtigung von Empfehlungen und Auflagen das Waldgrundstück besonders geeignet ist.

Vom Erholungswald zum Heilwald

„Der Heilwald unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von einem gepflegten, normal bewirt­schafteten Wald. Um als Heilwald zu gelten, braucht es viel mehr ein medizinisch-therapeutisches Nutzungskonzept, welches von Therapeut*innen umgesetzt wird“.

Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald

Gesundheitsfördernde Aspekte der Spiritualität, des Glaubens und des seelischen Gleichgewichts werden dabei seitens des Benediktinerstiftes Göttweig mit eingebracht. „Besonders in Zeiten der Pandemie und des Klimawandels erfährt der Wald mit all seinen Leistungen eine neue Aufmerksam­keit. Daher widmet das Stift ein Prozent seiner Waldfläche als Heilwald“, sagt Dipl.-Ing. Mag. Pater Maurus Kocher, MBA, vom Stift Göttweig.
Bis Ende 2023 soll der Wald in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Paudorf und Furth sowie dem Team von „Im Zentrum“ zum Behandlungsort im Heilwald entwickelt werden. Dafür wurden bereits die Grundlagen eines ersten Vier-Stufen-Konzepts einer medizinisch-therapeutischen Behandlung erarbeitet: Kraft- und Ausdauertraining, motorisches Training, Koordination und Gleichgewicht sowie Entspannung sind vorgesehen.

Personengruppe bei der Verleihung des Gütesiegels an das Stift Göttweig, Wirtschaftsdirektor Grabner hält es in der Hand.  Foto: Eveline Gruber-Jansen
Hintere Reihe: Manfred Baum M.A., Dr. Anne Rabes, Prof.(FH) Priv.-Doz. Mag. Dr. Gerhard Tucek
Vordere Reihe: Mag. Dominik Mühlberger, Mag. Gerhard Grabner, Jan Schmidt M.A., Mag. theol. P. Maurus Kocher MBA
bei der Verleihung des Gütesiegels an das Stift Göttweig am 9. September 2022. Foto: Eveline Gruber-Jansen

Die Kooperation zwischen dem Benediktinerstift Göttweig als Initiator und einer Gesundheitsein­richtung ist ein Beispiel für die Nutzung nachhaltig bewirtschafteter Wälder zur Gesundheitsförderung.

Rückfragen an:

Dipl.-Ing. Christian Lackner, Bundesforschungszentrum für Wald, 0664 841 2702, christian.lackner@bfw.gv.at