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Genetische Vielfalt der Eiche sichern

Thayataler Eichen – waldgenetische Ressourcen für die Zukunft sichern im Projekt TERZ

Der Nationalpark Thayatal zeichnet sich durch eine hohe Standortvielfalt aus. Im Projekt TERZ untersuchen wir die genetische, innerartliche Vielfalt und die genetische Anpassung von 400 Traubeneichen an die trockenen Extremstandorte. Im Nordosten Österreichs ist die Versorgungslage für Waldbewirtschafter*innen mit solchem Pflanzenmaterial nicht gesichert. Daher kann unser Projekt zu der Saatgutversorgung auf trockenen Problemstandorten für den Naturschutz, aber auch für die Forstwirtschaft beitragen. Finden wir trockentoleranten Traubeneichenbeständen, so sollen diese wertvollen waldgenetischen Ressourcen in Form von zwei künstlich begründeten Saatguterntebeständen auf den Flächen des Gut Ottenstein und Stift Geras gesichert werden. 

Von allen 306 fruktifizierenden der 404 beprobten Eichen wurden im Herbst 2020 Eicheln gesammelt, um daraus jeweils etwa 100 Sämlinge im BFW-Versuchsgarten Tulln anzuziehen. Diese Jungpflanzen werden in Folge für die Anlage der Saatguterntebestände und für einen geplanten Trockenheitsversuch verwendet.

Von den ausgewählten Bäumen wurden von der Arbeitsgruppe um Dr. Grabner (BOKU, Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe) Bohrkerne für die Untersuchung von Alter und Jahrringanalysen entnommen. Die so gewonnenen Bohrkerne wurden auch für die Ermittlung der Trockentoleranz verwendet, indem der Wachstumsverlauf in Jahren mit ausgeprägtem Trockenstress im Vergleich zu normalen Jahren in drei Dürreperioden verglichen wird. Darüber hinaus wurde eine Isotopenanalyse zur Wassernutzungseffizienz durchgeführt.

Traubeneiche ist im Nationalpark Thayatal bestandesbildend und eines der Hauptelemente des Naturschutzgebietes. Der Nationalpark bekommt durch TERZ ein umfassenderes Verständnis für seine Schutzgüter und deren genetischer Herkunft. Im Nationalpark soll durch das Projekt ein Grundstein für ein genetisches Monitoring gelegt werden. Da für den Nationalpark Thayatal die Erfassung der biologischen Vielfalt in all ihren Facetten über Raum und Zeit eine Kernaufgabe darstellt, ist dieses Vorhaben auch aus Sicht des Naturschutzes von großer Bedeutung. Die Ergebnisse des Projektes werden in mehreren Workshops vorgestellt und tragen zur Weiterbildung der Nationalparkranger bei. Eine eigens konzipierte ‚Genetik-Exkursion durch den Nationalpark vermittelt die wissenschaftlichen Projektinhalte an Schulklassen auf spielerische Weise.

Folgende Leitfragen werden im Rahmen des Vorhabens TERZ behandelt:

(1) Wie alt sind die Traubeneichen im Nationalpark Thayatal und sind diese zur Gänze oder zumindest auf bestimmten Standorten ursprünglich, d.h. autochthonen Ursprungs?

(2) Weisen die Thayataler Traubeneichen tatsächlich eine besondere Angepasstheit an besonders trockene Umweltbedingungen auf?

(3) Welche genetische Diversität liegt heute bei der Baumart Traubeneiche vor und wie ist diese Information für den Nationalpark Thayatal für ein langfristiges Monitoring kosteneffizient nutzbar?

(4) Wie können die wertvollen waldgenetischen Ressourcen der Thayataler Traubeneichen für die Forstwirtschaft, aber auch für Renaturierungzwecke im Naturschutz in Form von künstlich angelegten Saatguterntebeständen genutzt werden? (5) Wie sind die Ergebnisse des Vorhabens für die Kommunikation des Nationalparks Thayatal, aber auch für die Forstwirtschaft in der Region nutzbar?

Projektzeitraum: 01.10.2019 – 30.09.2022

Projektleitung: Dr. Marcela van Loo, BFW Institut für Waldwachstum, Waldbau & Genetik

Projektpartner: Universität für Bodenkultur Wien, Nationalpark Thayatal, Stift Geras, Gut Ottenstein

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