Miniwälder als Antwort auf urbane Hitzeinseln
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Ein neues Handbuch zeigt Wege zu klimaresilienten Grünräumen in Österreich: Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), die Gartenbauschule Schönbrunn & Österreichische Bundesgärten und der Botanische Garten der Universität Wien präsentieren Miniwälder als innovative Antwort auf Hitze und Klimawandel in Städten.
Natur und Bevölkerung sind zunehmend hohen Hitzebelastungen ausgesetzt, die durch die Klimaerwärmung verstärkt werden. Besonders in dicht bebauten Städten verschärft der sogenannte urbane Hitzeinseleffekt die Situation. Versiegelte Flächen und fehlende Grünräume führen dazu, dass sich Städte stark aufheizen. Dabei leisten gerade Grünflächen einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Kühlung: In Wien sind Flächen mit Baumbestand im Sommer durchschnittlich um 11 Grad kühler als verbaute Areale, baumlose Grünflächen immerhin um 5,5 Grad Celsius. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze deutlich auf: Der außergewöhnlich heiße Sommer 2024 führte in Österreich schätzungsweise zu 635 hitzebedingten Todesfällen.
„Vor diesem Hintergrund gewinnt Urban Forestry, also die nachhaltige Begrünung und Entwicklung urbaner Grünräume, zunehmend an Bedeutung. Neben klassischen Baumpflanzungen rücken dabei sogenannte Miniwälder in den Fokus“, erklärt Peter Mayer, Direktor des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Diese kleinflächigen, dicht bepflanzten Grünräume aus Bäumen und Sträuchern schaffen selbst auf wenigen hundert Quadratmetern wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig tragen sie zur Kühlung des Mikroklimas, zur Speicherung von CO2 und Regenwasser sowie zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Städten und Gemeinden bei.
Handbuch bietet praxisorientierten Überblick
Das nun vorliegende Handbuch bietet einen umfassenden und praxisorientierten Überblick zum Thema Miniwälder. Es richtet sich an ein breites Publikum – von interessierten Privatpersonen über Gärtner:innen bis hin zu Vertreter:innen von Städten und Gemeinden –und unterstützt bei Planung, Umsetzung und Pflege eines eigenen Miniwaldes. Der Schwerpunkt liegt auf den klimatischen und standörtlichen Bedingungen im Osten Österreichs und basiert auf Forschungsprojekten zu urbanen Miniwäldern in Wien und Niederösterreich. Dabei behandelt das Handbuch zentrale Fragen wie Standortwahl, geeignete Baum- und Straucharten, Pflege in den ersten Jahren sowie Strategien zur Förderung der Akzeptanz in der Bevölkerung. Inhaltlich orientiert sich das Handbuch an der ursprünglich aus Japan stammenden Miyawaki-Methode beziehungsweise dem internationalen Konzept der „Tiny Forests“. Gleichzeitig verfolgt das Projektteam einen an die jeweiligen Standortbedingungen angepassten Ansatz, um langfristig widerstandsfähige und nachhaltige Grünstrukturen zu schaffen.
Hinter dem Projekt stehen mehrere wissenschaftliche und praxisorientierte Institutionen: das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), der Botanische Garten der Universität Wien sowie die HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten in Schönbrunn. Gemeinsam bündeln sie Expertise aus Forschung, Gartenbau, Vegetationskunde und nachhaltiger Landschaftsgestaltung, um innovative Lösungen für klimaangepasste Städte zu entwickeln.
Handbuch-Download als PDF in Kürze möglich
Expertin: Andrea Kodym, andrea.kodym@bfw.gv.at
Rückfragen: Marianne Schreck, marianne.schreck@bfw.gv.at