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Asiatischer Eschenprachtkäfer erreicht die EU 

Auf dem Bild ist der Kopf eines Eschenprachtkäfers zu sehen.

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Der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis, Emerald Ash Borer, EAB) ist erstmals auf dem Gebiet der Europäischen Union nachgewiesen worden. Als prioritärer Quarantäne-Schadorganismus der EU unterliegt er besonders strengen Regelungen und Überwachungsmaßnahmen. Zuletzt wurde das Thema bei einem internationalen Fachtreffen am BFW in Wien diskutiert.

Im Juni 2026 registrierte der ungarische Pflanzenschutzdienst den ersten Nachweis des Asiatischen Eschenprachtkäfers in Beregsurány an der Grenze zur Ukraine. Ein einzelner Käfer wurde im Rahmen des Überwachungsprogramms in einer Lockstofffalle gefangen. Wenig später im Juli meldete die Slowakei den Fund mehrerer Käfer in Streda nad Bodrogom, ebenfalls nahe der ukrainisch-ungarischen Grenze, etwa 60 Kilometer vom ungarischen Fundort entfernt. Mit den Funden treten die Notfallmaßnahmen gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2024/434 in Kraft. Dazu gehören die Einrichtung einer Befallszone mit einem Radius von 100 Metern sowie einer mindestens zehn Kilometer darüber hinausragenden Pufferzone. Ziel ist es, das tatsächliche Ausmaß eines möglichen Befalls zu erheben und den Schädling, sofern möglich, wieder zu tilgen.

Auswirkungen auf Österreich

Für österreichische Betriebe gelten nun besondere Vorsichtsmaßnahmen. Pflanzen der Gattung Fraxinus (Esche) und der Art Chionanthus virginicus (Schneeflockenstrauch) dürfen nur dann nach Österreich verbracht werden, wenn sie aus nachweislich befallsfreien Gebieten stammen und mindestens 100 Kilometer von der Befallszone entfernt produziert wurden. Holz aus dem 100-Kilometer-Radius darf nur mit amtlicher Bestätigung (Pflanzenpass) und unter Einhaltung der Vorgaben gemäß Artikel VIII der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 transportiert werden. Eine Verbringung aus dem abgegrenzten Gebiet, ist gemäß Durchführungsverordnung (EU) 2024/434 verboten.

Ausbreitung nach Westen 

Der Asiatische Eschenprachtkäfer wurde vor rund 25 Jahren erstmals im europäischen Teil Russlands nachgewiesen. Vermutlich wurde er unbeabsichtigt aus seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Ostasien nach Moskau eingeschleppt. Von dort breitete sich die Art kontinuierlich nach Westen und Süden aus.

Seit 2019 ist der Käfer auch in der Ukraine bekannt. Aufgrund des Krieges konnten dort keine wirksamen Pflanzenschutzmaßnahmen umgesetzt werden. In der Folge erreichte der Schädling 2023 Kyjiw und wurde 2024 auch in der weiter westlich gelegenen Region Schytomyr nachgewiesen. Der aktuelle Fund in Ungarn liegt rund 500 Kilometer Luftlinie vom bisher westlichsten bekannten Befallsgebiet entfernt. Erkenntnisse aus Russland und der Ukraine deuten darauf hin, dass sich der Käfer vor allem als „blinder Passagier“ über Eisenbahn- und Straßenverkehr ausbreitet.

Schadpotenzial und Früherkennung 

„Die Nachweise in Ungarn und der Slowakei zeigen, dass die Überwachungsprogramme funktionieren. Der gleichzeitige Fund an zwei Orten lässt allerdings vermuten, dass der Eschenprachtkäfer in dieser Grenzregion schon weiter verbreitet ist. Dies sollen intensive Untersuchungen in den kommenden Wochen und Monaten klären. Falls erforderlich, werden Eschen in der Befallszone entfernt, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen oder den Schädling im Idealfall vollständig zu beseitigen“, erklärt der Experte und Leiter des Instituts für Waldschutz Gernot Hoch.

Vom slowakischen Fundort bis zur österreichischen Grenze sind es nur noch rund 350 Kilometer. Entsprechend wurde auch in Österreich die Überwachung verstärkt. Besonderes Augenmerk gilt Standorten entlang wichtiger Verkehrswege sowie Regionen mit intensiven Verkehrs- und Warenverbindungen zur Ukraine.

Zum Einsatz kommen grüne Lockstofffallen, deren Fänge von Spezialist:innen sorgfältig untersucht werden. Dies ist notwendig, da mehrere heimische Prachtkäfer der Gattung Agrilus dem Asiatischen Eschenprachtkäfer äußerlich ähneln.

Befall bleibt lange unbemerkt 

Ein Befall bleibt häufig über längere Zeit unentdeckt, da zunächst kaum Symptome auftreten. Erst bei stärkerem Befall beginnen Kronenteile abzusterben. Die Diagnose wird zusätzlich dadurch erschwert, dass viele Eschen in Österreich bereits durch das Eschentriebsterben geschädigt sind und deshalb ähnliche Kronensymptome zeigen. Nach ein bis zwei Jahren Entwicklungszeit verlassen die fertigen Käfer den Baum durch charakteristische D-förmige Ausbohrlöcher. Während ihrer Entwicklung unter der Rinde hinterlassen die Larven geschlängelte Fraßgänge, die erst nach dem Ablösen der Rinde sichtbar werden.

Früherkennung wirkt: Verdachtsfälle melden 

Wer einen Asiatischen Eschenprachtkäfer oder eine möglicherweise befallene Esche entdeckt, sollte den Käfer einfangen und fotografieren (für Mensch und Tier ist der Käfer ungefährlich). Bei Verdacht auf einen Befall sollten auch die typischen Fraßgänge unter der Rinde dokumentiert werden. Notieren Sie den genauen Fundort und verständigen Sie umgehend den Amtlichen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes über den Verdacht: https://www.pflanzenschutzdienst.at/kontakte-bundeslaender

Mehr Wissen zum Asiatischen Eschenprachtkäfer

Informationen zur Biologie und zu Erkennungsmerkmalen sowie Verwechslungsmöglichkeiten finden Sie im Merkblatt zum Asiatischen Eschenprachtkäfer

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Experte: Gernot Hoch, gernot.hoch@bfw.gv.at  

Presse: Marianne Schreck, marianne.schreck@bfw.gv.at