Verzögerter Start ins Borkenkäferjahr 2026 in Österreich
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Die kühle, windige Wetterphase der letzten Wochen verzögerte österreichweit den Start ins Borkenkäferjahr (Stand April 2026). Die 2025 empfundene Entspannung bei Borkenkäferschäden sollte kein Grund zum Zurücklehnen sein. Ein großes Sturm- oder Schneebruchereignis oder eine Phase mit anhaltender Trockenheit kann rasch wieder zum Auslöser einer Massenvermehrung werden.
Mit steigenden Temperaturen begann im April 2026 der Schwärmflug des Buchdruckers in tieferen Lagen. Besonders im östlichen Kärnten wurden hohe Fangzahlen dokumentiert. Angesichts des gestiegenen Befalls und des Niederschlagsdefizits ist hier besondere Vorsicht geboten.
Aufgrund der witterungsbedingten Verzögerung ist mit steigenden Temperaturen auch in anderen Regionen mit dem Schwärmbeginn und konzentrierten, massiven Schwärmen zu rechnen. Die Schneebrüche des letzten Wintereinbruches haben mancherorts für Brutmaterial gesorgt, das für raschen Populationsanstieg sorgen könnte. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn trifft weite Teile des Landes. Wieder wird für die Entwicklung der Käfersituation auf regionaler Ebene nicht zuletzt die Witterung – besonders die Niederschlagssituation – im Frühjahr und Sommer eine bedeutende Rolle spielen.
2025: Rückgang der Buchdrucker-Schäden in Südösterreich
Im Jahr 2025 entspannte sich die Borkenkäfersituation in Österreich weiter. Dennoch blieb der Gesamtschaden auf einem Niveau, das seit 2003 nicht mehr erreicht wurde. Der Buchdrucker verursachte mit 88 % die meisten Schäden unter den Borkenkäfern. Der Rückgang der Buchdrucker-Schäden resultierte vor allem aus dem Abklingen der Massenvermehrung im Süden Österreichs, insbesondere in Osttirol und Westkärnten.

Die stark gesunkenen Zahlen aus den Bezirken Osttirol, Spittal an der Drau und Hermagor bestätigten den Trend des Vorjahres. Freilandbeobachtungen zeigten eine überdichte Besiedelung und Brutbilder mit geringem Erfolg, was bereits ab Mitte 2024 auf eine nachlassende Massenvermehrung hinwies. 2025 unterstützte das Wetter diese Entwicklung regional.
Im Gegensatz dazu stiegen die Borkenkäferschäden im östlichen Kärnten und Nordtirol stark an, ebenso in Salzburg und Vorarlberg. In der Steiermark, Oberösterreich und im Burgenland blieben die Schäden stabil, während sie in Niederösterreich zurückgingen. Sturm und Schnee spielten 2025 kaum eine Rolle. Weitere Details finden sich auf der Webseite der Dokumentation der Waldschädigungsfaktoren.